Fallbeispiel: #Mobbing im Team schnell und nachhaltig gelöst. 

Eine gute Absicht, falsch kommuniziert und angewendet, führte zum Mobbing in einem Team

Bei einer Firma, wo ich mal zur Hilfe gerufen wurde, gab es folgende Situation. In einem Team wurde eine Mitarbeiterin, die immer integriert war, plötzlich gemobbt, seitdem dieses Team etwas entfernt vom Stammhaus, an einem neuen Standort arbeitete. Der Chef konnte sich diesen Wandel nicht erklären. Was er noch erwähnte war, dass es einen neuen Vorgesetzten für dieses Team gab, seinen Sohn, und dass besagte Mitarbeiterin seit einiger Zeit über ein Fahrzeug verfügen konnte, was sonst nicht gebraucht wurde, um die Strecke zu bewältigen.

Unabhängig voneinander befragt

Ich sprach immer Grüppchenweise an einem Tag – eng getacktet – mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern inklusive dem neuen Chef. Eigentlich war mir schon vorher die Ursache klar gewesen, besonders auch als ich sie mir energetisch angeschaut hatte, aber ich wollte sicher gehen. Ich wollte die Situation von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet haben. Gleichzeitig lud ich alle nach dem jeweiligen Gespräch zu einem gemeinsamen Teammeeting am nächsten Morgen ein.

Die Ursache war...? 

Das Meeting lief nach klaren Regeln ab, die ich vorher mit der Gruppe gemeinsam aufstellte. Keine Anschuldigungen, immer aus der ICH-Perspektive argumentieren, ehrlich alles auf den Tisch bringen. Jede/jeder hielt sich dran, wenn nicht, wurde sie/er sanft von mir daran erinnert. Es stellte sich heraus, dass die Mobbenden sich als nicht mehr wichtig fühlten, weil die Gemobbte früher immer mit ihnen fuhr und jetzt aufgrund des zur Verfügung gestellten Fahrzeugs, sie nicht mehr brauchte. Normalerweise gibt es klare Carpolicies in Unternehmen, wer welches Auto erhält, hier aufgrund der überschaubaren Unternehmensgröße, gab es das nicht. Der Seniorchef hatte es gut gemeint, aber nicht ausreichend kommuniziert und alles bis zu Ende gedacht. Er übergab einfach das Auto, das frei war, ohne den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Umstand zu erklären. Den Umstand, warum ausgerechnet diese Mitarbeiterin dieses Auto bekam und kein anderer. 


Als alle die Situation erkannten, wurde abgestimmt, ob das Auto wieder zurückgegeben werden soll oder die Mitarbeiterin es weiter fahren darf und wieder Teil der Gruppe ist. So weit ich mich erinnere, wurde es zurückgegeben. Alle erklärten sich bereit, die Mitarbeiterin mitzunehmen. Die neuen Verhaltensregeln wurden verabschiedet und alle strahlten und waren glücklich. Nicht nur die vorher gemobbte Frau. Als ich mich für die Offenheit und tolle Mitarbeit bedankte und mich dann verabschiedete, kamen manche der Teilnehmerinnen zu mir, bedankten sich und umarmten mich, vollkommen glücklich und gerührt. Ich war es dann ebenfalls. 

Fall gelöst!